Lemim's Blog


sogenannte Killerspiele
So., 20.09.2009, 12.57
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Ok, die Monokausalität in Hinblick auf die Verbindung zwischen Amokläufen und Killerspielen ist mittlerweile fast jedem klar. Trotzdem: Die Vehemenz, mit der sich die Piratenpartei für „Killerspiele“ stark macht kann ich nur schwer ertragen. Was ist so toll an diesen „Spielen“? Was ist so toll an gewaltverherrlichenden Sequenzen? Was ist so toll daran, einen virtuellen Gegner (sei es nun Mensch oder Monstergestalt) mit einer Kettensäge zu schreddern.
Nur um eins klarzustellen: Ich habe selbst schon solche „Spiele“ (mit Begeisterung) gespielt, aber ich behaupte, dass es viele Spiele gibt, die ebenfalls sehr unterhaltsam und spannend sind ohne solche Gewaltorgien. Ich mache auch einen Unterschied zwischen Spielen wie z.B. Sieder und CS oder Wolfenstein. Es ist für mich ein Unterschied, ob man mit Comic-Rittern aufeinander losgeht oder in möglichst realistischen Darstellungen Menschen niedermetzelt.
Ein weiteres Problem habe ich damit, dass es faktisch nicht ausreicht, solche Spiele ab 18 freizugeben. Jeder der glaubt, Kinder und Jugendliche damit von solchen Spielen fernzuhalten ist einfach nur naiv!

Fazit: Ich finde die Überlegung eines Schulleiters gut, eine Killerspiel-freie Schule anzustreben. Wenn sowas mit entsprechenden pädagogischen Konzepten gestützt wird, finde ich es prima.

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Die Meinung der taz
Mo., 16.03.2009, 21.02
Filed under: im Netz gefunden, Schule | Schlagwörter: , ,

Zu der Diskussion über Kinder- und Jugendgewalt schreibt die taz in einem Artikel auch als „Fachzeitschrift“ über World of Warcraft:

„…Gewalt oder Krieg finden hier, wenn überhaupt, auf einem ähnlichen Abstraktionsniveau statt wie bei Brettspielen im Stil von „Risiko“ oder „Stratego“.“

Nun, ich bin kein WOW-Experte, aber als ich es mal gespielt habe, musste ich so seltsame Kreaturen abschlachten. Für mich hatte das nichts von einem Brettspiel. Bitte Expertenkommentare dazu! (Ich weiß, dass hier Experten aus den verschiedensten Richtungen mitlesen)

„…Nun mag man von Rollenspielwelten à la „Herr der Ringe“ halten, was man will – zur „Vereinsamung“ tragen sie nicht bei, stehen die Spieler doch gerade im Onlinemodus in regem Kontakt miteinander, tauschen sich aus, treffen sich bisweilen sogar ganz wirklich zu LAN-Partys. …“

Ne, ist klar. Wenn ich mich online Treffe ist das mindestens so kommunikativ wie ein Brettspielabend, ein Treffen beim Sport oder ein Kneipenabend. Und bei LAN-Parties geht dann so richtig die zwischenmenschliche Post ab.

 

Liebe taz, anstatt einen ganzen Artikel (mit nur einer kleinen Ausnahme) dafür zu verschwenden, Lösungswege ins Lächerliche zu ziehen, sollte ihr lieber man vernünftige Konzepte anbieten. So kann man euch einfach nicht ernst nehmen.



Ich weiß warum ich da nicht mitmache…
Mo., 16.03.2009, 12.39
Filed under: im Netz gefunden, just Life, Schule, Uni | Schlagwörter: , , ,

Der Vorsitzende des Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, hat laut tagesschau.de und spiegel.de gegenüber der Bildzeitung eine Gefahrenzulage für Lehrer gefordert. Der Amoklauf soll angeblich deutlich machen wie gefährlich und schwierig der Lehrerberuf sei. Die CDU springt da natürlich gleich mit ins Boot und meint, dass man über eine Gehaltserhöhung für Lehrer diskutieren könne. 

Ich halte diese Diskussion (zumindest in diesem Zusammenhang) für absolut verfehlt! Eine Gefahrenzulage impliziert, dass man die Situation nicht in den Griff bekommen kann. Meiner Meinung nach liegen die wahren Gründe für Frustration in der Schule  (bis hin zur Katastrophe) beim dreigliedrigen Schulsystem mit seinem unglaublich hohen Zensurendruck. Dazu kommt die mangelnde pädagogische Ausbildung von Lehrern, die sich durch das BA/MA-System noch mehr von der Praxis entfernt hat. Punkte, über die der Philologenverband mal nachdenken sollte!

Mehr Geld für Lehrer ist der falsche Weg, mehr Geld für Bildung aber absolut richtig. Wir brauchen wieder mehr Lehrer und weitere pädagogisch bzw. psychologisch geschulte Mitarbeiter an den Schulen, so dass Klassen verkleinert werden können und ein moderner, abwechslungsreicher und binnendifferenzierter Unterricht überhaupt wieder möglich wird! So wird es auch wieder möglich werden auf individuelle Probleme von Schülern einzugehen.